Carmen, die Flexible

Die Interaktion mit der Gruppe, die Flexibilität des Guides und ein Gespür dafür, was die Besucher wissen wollen, sind die wichtigsten Punkte des Berufs. Es ist ganz simpel: wenn die Gruppe einem nicht zuhört, kann man keine Informationen vermitteln, und genau hier setzt Carmen an. „Was man selbst herausfindet, bleibt hängen.“ Gerne wird hier aus Trinkwasserbrunnen getrunken, durch das Labyrinth im Innenhof des Rathauses getollt, Mauerreste angefasst oder der Weg durch die Altstadt an einem Modell mit den Händen nachverfolgt. Auch mal eine Breze mit Obatzdem verspeist oder ein Bier der heimischen Brauereien getestet, umso mehr Sinne angesprochen werden, desto besser. 

Heimisches Gebäck reicht aber oft nicht aus, um herauszufinden, was die Besucher besonders interessiert. Mal findet man es durch direkte Fragen heraus, mal mehr indirekt. Bei besonders schwierigen Zielgruppen, wie zum Beispiel Schulklassen, für die die Führung ein reines Pflichtprogramm darstellt, muss man gewiefter vorgehen. Bei diesen schwierigeren Zielgruppen, die im Zweifelsfall schon, bevor die Führung begonnen hat, fragen, wie lange es denn noch dauert, muss man sich auf die Ebene der Jugendlichen begeben können. Man redet über Fußball und darüber, wo man denn heute Abend gut feiern gehen kann. Es bringt nichts, wenn Carmen die Jugendlichen mit Wissen über mittelalterliche Historie überschüttet, aber nichts hängen bleibt, vorher muss sie einen Draht zur Gruppe finden, erstmal müssen sie ihr zuhören. Aber vor allem ist das Gespräch gewünscht, Carmen fördert Dialog und Diskussion. Grundsätzlich gilt: Der Kunde kriegt, was er will. Es gibt ein weites Angebot an Touren, die von privaten Gruppen angefragt werden können, als Geburtstagsfestivität, Feier der Kommunion oder einfach Bespaßung der eigenen Kinder. Es gibt sehr viele Kindertouren, oder themenspezifische Touren mit ganz unterschiedlicher Klientel. Aber nicht nur in den verschiedenen Gruppen und Menschenschlägen, mit denen Carmen täglich arbeitet, sondern auch in der Diversität der verschiedenen Touren finden sich Herausforderungen. Von Radl- Touren, zu Touren zu Fuß und zu Tram-Touren, Carmen macht alles, zu verschiedensten Themengebieten. Von der schieren Unterschiedlichkeit der Themengebiete einmal abgesehen entstehen auch oft ganz praktische Probleme. Bei einer Tram-Tour zum Beispiel kann es gut und gerne mal vorkommen, dass man auf die nächste Tram, trotz akribischer Planung, 10 Minuten warten muss. Aber hier hat die Stadtführerin nicht etwa Pause. Je nach Standort kann es sein, dass man 10 Minuten mit Informationen über andere Themen, die auch für die Gruppe von Interesse sind füllen muss. Man darf die Aufmerksamkeit nicht verlieren, aber auch das gehört zum Aufgabenbereich eines Stadtführers. Carmen bieten den Kunden während der Führung und auch schon bei der Planung die volle Freiheit. Wenn ein Kunde sich mit seinem Mitarbeiterstab eine 3-stündige Tour durch die Münchner Altstadt mit nachfolgendem Trip zum Olympiapark wünscht, oder auch eine Radl-Tour, ist das kein Problem, auf Wunsch wird sogar das MVG-Ticket mit dazu erstanden.